Reifemerkmale von Saatgut

Foto: Margot Kessler  / pixelio.de

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Es ist nicht immer leicht, den richtigen Reifegrad der Früchte und Samen zu bestimmen. Leider ist es auch nicht möglich, die Reifemerkmale allgemeingültig zu beschreiben. Bei einiger Aufmerksamkeit werden Sie sich aber sehr bald die nötigen Kenntnisse für den optimalen Zeitpunkt zur Samenernte angeeignet haben. Sie werden dann erkennen, wie die Frucht gefärbt oder beschaffen sein muss, wenn die Samen reif sind.

Wichtige Merkmale bei der Bestimmung des Erntezeitpunkts ist Färbung der Früchte und Kapseln sowie der Fruchtstände. Bei Pflanzen mit trockenen Früchten geht die Farbe erst ins Grünlich-Gelbe, später ins Gelbe oder Braune über. Bei den Asteraceae (Korbblütlern) zeigt das Vertrockenen der Hüllblätter die Reife des Samens an. Samen in trockenen Früchten kann man in der Regel lange an der Mutterpflanze belassen. Aber Vorsicht! Es gibt Pflanzenarten, bei denen die Samen von einem Tag auf den anderen wegspringen können, wie z. B. bei staudigen Euphorbia-Arten. Hier kann man den Verlust der Samen verhindern, indem man die reifenden Früchte mit Watte abdeckt, in der sich die reifen Samen verfangen können.

Bei Arten mit fleischigen Früchten sollten die Früchte vor der Samengewinnung voll ausgereift sein, wobei es nicht entscheidend ist, ob diese Vollreife an der Pflanze oder an der bereits geernteten Frucht auftritt. Letzteres gilt u. a. für Gurke, Kürbis, Melone, Paprika und Tomate. Bei diesen Arten reifen die Früchte vollständig nach, wenn die Reifefärbung bei der Ernte schon ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat. Bei Sammelfrüchten wie Erdbeeren muss die Frucht an der Pflanze ausreifen, also vollkommen gerötet sein.

Locker sitzende Samen lassen sich zum Teil sehr gut mit Hilfe eines Autostaubsaugers oder eines Tischstaubsaugers aus den Fruchtständen absaugen. Insbesondere Samen mit fedrigen Anhängseln, z. B. die Samen (sog. Achänen) der Asteraceae (Korbblütler) lassen sich auf diese Art und Weise gut ernten. Bei vielen Baumsamen kann man das Abfallen der vollreifen Früchte oder Samen abwarten, um sie dann an Ort und Stelle aufzusammeln. Auf der anderen Seite sind manche Gehölzsamen vor der sogenannte Vollreife zu ernten, da sonst die Samen nicht oder stark verzögert keimen.

Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Ernte der Samen von Nadelgehölzen. So fallen die Zapfen bei Tannen bei Vollreife auseinander und geben die Samen frei. Ähnliches ist es auch bei Fichten und Kiefern. Bei diesen öffnen sich die Zapfen bei sonnigem Wetter und entlassen die Samen, ohne dass der Zapfen auseinanderfällt. Die Samen müssen daher unbedingt vor der Vollreife geerntet werden.

Generell muss man darauf achten, dass die Samen oder Früchte nicht schon vor der Ernte von Tieren gefressen werden.

Quelle und Buchempfehlung zum Thema aus dem Ulmer Verlag

Nachwuchs im Garten. Pflanzen vermehren leicht gemacht. Wolfgang Kawollek, Marco Kawollek. 2011. 192 S., 100 Farbfotos, 5 Zeichn., kart. ISBN 978-3-8001-7627-4. € 9,90

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