Der richtige Schnitt von Zitruspflanzen

Zitrusbäumchen müssen nicht unbedingt geschnitten werden, damit sie Früchte tragen. Mit dem richtigen Schnitt kann man allerdings erreichen, dass die Früchte größer werden und der Baum auch die gewünschte Wuchsform erhält.

Deshalb ist es in den ersten Jahren zu empfehlen, zwischen März und Oktober sowohl bei Kübelpflanzen als auch bei Pflanzen im Freiland einen Formschnitt durchzuführen. In den Jahren, in denen die Zitrusbäumchen geschnitten werden, sind allerdings keine Früchte zu erwarten.

Der Formschnitt

Beim Formschnitt hat man verschiedene Möglichkeiten: Bei der Kugelform wird die Baumkrone auf einem kurzen Stamm zu einer kugeligen Form zurechtgeschnitten. Die Buschform, bei der sich das Bäumchen schon von der Basis an verzweigt, entspricht eher der natürlichen Wuchsform der Zitruspflanzen, da sich diese relativ leicht verzweigen und daher am einfachsten in die Buschform zu bringen sind. Weniger häufig sieht man die Spalierform, die auch für frei stehende Kübelpflanzen weniger geeignet ist.

Weiterhin gibt es die Möglichkeiten, den Baum als Niederstamm oder als Hochstamm zu ziehen. Der Niederstamm hat den Vorteil, dass die Zweige gut erreichbar und somit leicht zu beernten sind. Außerdem schützen die unteren Zweige den Stamm vor großer Hitze und Kälte und unterdrücken durch die Beschattung des Bodens das Wachstum von Unkraut. Beim Hochstamm werden nach und nach die im unteren Stammbereich wachsenden Zweige entfernt, um so den Baum immer weiter in die Höhe zu ziehen.

Der Aufbauschnitt

Um den Baum in die gewünschte Form zu bringen, sollte man schon im ersten Jahr mit dem Aufbauschnitt beginnen. Ab dem Frühjahr entfernt man die Spitzen der jungen Triebe, sobald sie eine Länge von 20 cm überschritten haben. So erreicht man eine kompakte und gleichmäßige Wuchsform. Zwei bis drei Äste werden ausgewählt, die das spätere Gerüst des Baumes bilden sollen. Sie bleiben stehen. Bei etwas älteren Bäumchen wurde dieser Schnitt schon in der Gärtnerei erledigt. Bei diesen werden im Frühjahr die zwei bis drei Gerüstäste, die man im Vorjahr ausgewählt hat, auf 20 bis 30 cm eingekürzt, so dass hier wiederum drei bis vier neue Triebe erscheinen.

Diese werden dann wieder auf die gleiche Länge zurückgeschnitten und so geht es immer weiter. In den ersten Jahren sollten zwischen Mai und September drei bis vier, aber mindestens zwei Schnitte erfolgen. Hat die Pflanze die erwünschte Höhe und ein entsprechendes Volumen erreicht, geht man zu einem Pflegeschnitt über.
Eine Besonderheit stellen die Zitronenbäume dar. Sie neigen dazu, sehr kräftige Zweige zu bilden, ungleichmäßig zu wachsen und sich im Gegensatz zu den anderen Zitruspflanzen schlechter zu verzweigen. Hier sind Schnittmaßnahmen besonders wichtig, um die Verzweigung der Triebe anzuregen und dadurch einen kompakten Wuchs zu erreichen. Die Pflanzen können während der Wachstumsphase im Jahr drei- bis viermal austreiben, deshalb empfiehlt es sich, zwischen Mai und September ebenso viele Schnitte durchzuführen, sobald die neuen Blätter fest und dunkelgrün geworden sind. In den ersten Jahren sollte jeder Trieb auf 20 cm zurückgeschnitten werden, sobald er das Längenwachstum eingestellt hat. Hat der Zitronenbaum die endgültige, gewünschte Form angenommen, reicht wie bei anderen Zitruspflanzen ein Pflegeschnitt pro Jahr aus.

Der Pflegeschnitt

Wenn der Zitrusbaum die gewünschte Größe erreicht hat, genügt in der Regel ein Schnitt pro Jahr zwischen Februar und April. Da sich die Früchte an Vorjahrestrieben bilden, sollten genügend dieser Zweige stehen bleiben. Beim Pflegeschnitt kann man sich darauf beschränken, nur trockene, zu dicht stehende oder aneinander reibende Äste sowie aufrecht wachsende Wassertriebe zu entfernen.
Müssen dicke Äste entfernt werden, sollte die Wunde immer mit einem pilzhemmenden Baumwachs verschlossen werden, damit es nicht zu einer Infektion kommt.

Dieser Artikel ist entnommen aus dem Buch “Zitrusfrüchte” von Gabriele Lehari.

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