
Gelbgrün, Braunrot und Blauviolettt sind in den Blüten dieser Zygoptealum-Orchidee miteinander kombiniert: Stärker könnten drei Farben wohl nicht im Kontrast zueinander stehen! Foto: Robert Höck
Wenn es um bunte Farben geht, sind die vielfältigen Orchideen schwer zu übertreffen. Sie sind nicht nur dazu in der Lage, nahezu jeden Farbton zu produzieren, sondern haben zugleich auch den Mut zu ungewöhnlichen Kombinationen aus diesen Farben. Modebewusstsein sieht bei Pflanzen wohl ganz anders aus als bei Menschen. Eine farbentechnisch gesehen sehr selbstbewusste Gattung von Orchideen ist Zygopetalum, die aus etwa vierzig Arten besteht. Die schönsten Arten dieser Gattung sind offenbar klare Gegner von konventionellen Farbharmonien. Sie tragen Grün zu Lila, Gelb zu Pink und Blau zu Braun. Hinzu kommt häufig noch ein verführerischer Blütenduft, der die Freude über die ungewöhnlich gefärbten Zygopetalum-Blüten nur noch größer macht.
Heimat und Geschichte

Zygopetalum “Loisendorf” ist eine der bekanntesten Hybriden und blüht bei guter Pflege alljährlich zuverlässig auf der Fensterbank. Foto: Robert Höck
Ursprünglich stammen alle Zygopetalum-Arten aus Mittel- und Südamerika. Sie wachsen dort sowohl epiphytisch auf Bäumen als auch terrestrisch auf dem Boden. Als Zimmerpflanzen wurden diese Orchideen erst in den letzten beiden Jahrzehnten immer bekannter. Besonders in Australien hat man sich auch mit der Auslese neuer Kreuzungen und Farbvarianten beschäftigt, sodass man heute im Handel eine schöne Auswahl an zimmertauglichen Zygopetalum-Sorten vorfindet.
Was an einer Zygopetalum-Blüte sofort ins Auge sticht, ist die weit vorstehende Lippe im Zentrum, die am treffensten als latzartig beschrieben werden kann. Sie ist bei den meisten Sorten blau, violett, pink oder purpur gefärbt und setzt damit einen starken Akzent, zu den eher subtilen Grün- und Brauntönen der umgebenden Blütenblätter.
Die länglichen, dunkelgrünen Laubblätter entspringen bei dieser Orchidee zumeist aus kurzen eiförmigen Pseudobulben. Auffallend sind die ausgesprochen dicken und festen Wurzeln.
Pflege und Ansprüche

Diese Zygopetalum-Sorte ist eine Hybride aus Zygopetalum maxillare, die als reine Art eher schwierig zu pflegen ist. Foto: Robert Höck
Im Grunde genommen gehört Zygopetalum zu den einfachsten Orchideen. Sie ist weniger empfindlich gegenüber Trockenheit und direktem Sonnenlicht als viele andere Orchideen und braucht nur im Frühling und Sommer während der aktiven Vegetationszeit, regelmäßig gewässert zu werden. Im Winter wünscht sie sich eine Ruhezeit, in einem kühlen bis temperierten Raum. In dieser Zeit muss man sparsam gießen und sollte das Laub auch nicht besprühen, da dieses sonst schnell hässliche Flecken bekommt. Die Blütezeit fällt bei Zygoptealum meist in den frühen Herbst, wenn sich die Vegetationszeit allmählich dem Ende zuneigt. Nicht selten blühen Zygopetalum aber auch später, wenn sie sich vermeintlich bereits in der Winterruhe befinden. Wegen ihres sehr dicken Wurzelsystems, muss Zygopetalum häufiger umgetopft werden als andere Orchideen. Herkömmliches Orchideensubstrat ist dabei vollkommen ausreichend. Bei guter Pflege kann eine Pflanze schon mal fünf Blütenstängel und mehr ausbilden!
Fazit

Die Blütezeit fällt bei Zygopetalum-Hybriden meist in die zweite Jahreshälfte. An einem Stängel können bis zu sieben Blüten sitzen. Foto: Robert Höck
Zygopetalum sind pflegeleichte Schönheiten, die man gerne auch mal näher betrachtet. Mit ihrem trendigen Hippie-Style wirken sie frech und pfiffig, sodass garantiert für Abwechslung auf der Fensterbank gesorgt ist!
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Orchideen. Verführung pur. Anne Ronse. 2008. 144 S., 101 Farbfotos, geb. mit SU. ISBN 978-3-8001-5671-9. € 19,90
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