
Im Steingarten wirken die Goldrandprimeln ausgesprochen natürlich und passen gut in die Gesellschaft anderer leichtlebiger Blumen, wie hier Leberblümchen und Bergenien. Foto: Robert Höck
Kissenprimeln gehören zu den ganz großen Topsellern unter den Blühpflanzen. Von Jahresanfang bis Ostern wandern die bunten Frühjahrsboten millionenfach über die Ladentische der Gärtnereien und Blumenläden. Die Blüten sind durch Züchtung inzwischen viermal so groß wie bei der Stammart Primula vulgaris. Die Farbpalette reicht von den Grundfarben Rot, Blau und Gelb bis hin zu allen nur erdenklichen Mischtönen, wie etwa Apricote, Marzipanrosa, Fliederviolett und Magenta. Wenn es darum geht, schnell und billig viel Farbe zu bekommen, sind Kissenprimeln eine gute Wahl. Das typische Wegwerfblumen-Image werden die schnellwüchsigen Massenblüher aber wohl so schnell nicht mehr los werden. Dennoch braucht man auf der Suche nach stillvollen Pflanzen mit einer besonderen Ausstrahlung nicht weit in die Ferne zu schweifen. Die große Gattung der Primeln hat auch Sorten mit dem „gewissen Etwas“ zu bieten. Eine der elegantesten Primelgruppen ist sicherlich jene der Viktorianischen Goldrandprimeln (Primula „Gold Lace“).
Alter Adel mit Blüten wie Samt

Rosa Bergenienblüten machen mit ihrer fröhlichen und verspielten Wirkung einen herrlichen Kontrast zu dieser vornehm wirkenden Goldrandprimel mit weissem Saum. Foto: Robert Höck
Goldrandprimeln sind Blumen alten Adels. Sie waren im viktorianischen Zeitalter beliebte Gartenblumen. Sie sind auf zahlreichen historischen Gemälden verewigt und waren einst sogar ähnlich beliebt wie berühmten Show-Aurikeln (Primula auricula), die ebenfalls zur Gattung der Primeln gehören.

Die Goldrandprimel kombiniert mit einer gefüllten Kissenprimel (Primula vulgaris “Val Horncastle”). Foto: Robert Höck
Gegen Mitte des 20. Jahrhunderts waren die Goldrandprimeln jedoch fast ausgestorben. Sie waren nicht mehr in Mode und wurden von anderen, farbigeren Sorten verdrängt. Heute schätzt man alte historischen Sorten ganz allgemein wieder viel mehr und diese werden darum wieder regelmäßig in den Gärtnereien vermehrt. Die Goldrand-Primeln werden inzwischen wieder in mehreren verschiedenen Varianten im Handel angeboten und erfreuen mit ihren ungewöhnlich gefärbten Blüten. Die Grundfarbe der Blüten ist meist ein sehr dunkles Bordeaux-Rot, das bei bestimmtem Lichteinfall beinahe schwarz erscheint. Umrahmt werden diese etwas düster wirkenden Blüten von einem, dünnen hellen Saum, dessen Farbe je nach Sorte Weiss, Creme, hellgelb oder Goldgelb sein kann.

Zwei von altem Adel: Die viktorianische Goldrandprimel und die mittlerweile vom Aussterben bedrohte Pfauenziege. Foto: Robert Höck
Dieser attraktive Saum macht den großen Reiz der Goldrand-Primeln aus und war auch für die Namensgebung verantwortlich. Ausgesprochen hübsch wirkt die ungewöhnliche Farbgebung auch bei den kostbaren gefüllten Sorten wie etwa „Elizabeth Killelay“ .
In Gestalt und Habitus ähneln die meisten Primeln der „Gold Lace“-Gruppe stark der Waldschlüsselblume, botanisch Primula elatior und der Echten Schlüsselblume, botanisch Primula veris. Wie diese beiden Wildarten, zählt man darum auch die Goldrand-Primeln zu den Polyantha-Primeln. Polyantha-Primeln zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Blüten zu acht bis zwanzig in lockern Dolden an etwa 15 bis 30 cm hohen Blütenschäften stehen. Bei den Kissenprimeln hingegen wachsen die Blüten einzeln aus den bodenständigen Blattrosetten.
Pflege und Ansprüche

Ein verspäteter Schneefall im Frühling kann den robusten Goldrandprimeln meist nichts anhaben. Foto: Robert Höck
Die Pflege der Goldrandprimeln ist nicht viel schwieriger als die von gewöhnlichen Kissenprimeln. Wie auch diese, mögen sie keine Zimmertemperaturen und sollen darum nur kurzfristig als Zimmerpflanzen kultiviert werden. Am längsten halten sie sich in kühlen luftigen Räumen. Spätestens im Frühling, wenn der Boden im Garten wieder aufgetaut ist, sollten die Goldrandprimeln dann ins Freie übersiedelt werden. Unter Gehölzen, in Beeten, im Natursteingarten und in Trögen und Töpfen können sie mehrere Jahre lang blühen, ohne viel Pflege zu benötigen. Um die Wüchsigkeit zu erhalten, sollte man größere Primelstöcke alle paar Jahre nach der Blütezeit aus der Erde herausnehmen und sie teilen. Das beste Wachstum erzielt man auf neutralen bis basischen Böden, die nicht zu trocken sein sollten.
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