Wenn es einen Ort gibt, an dem man hierzulande auf Schrilles und Ungewöhnliches stößt, dann ist das wohl Berlin. Direkt in Berlin-Mitte, im Nikolai-Viertel gelegen, befindet sich Deutschlands einziges Hanfmuseum – nicht zu verfehlen durch das charakteristische Blatt, das dem Besucher den Eingang weist. Das seit 1994 bestehende Museum beschäftigt sich mit der Hanfpflanze im Allgemeinen, ihren Nutzungsmöglichkeiten, aber auch kulturellen und politischen Hintergründen.
Wer bisher glaubte, die Germania von Philipp Veit hielte in ihrer Hand einen Ölzweig, hier wird er eines besseren belehrt.
Und wem das alles noch nicht reicht, der kann via webcam das Wachstum von ein paar genormten EU-Hanf-Pflänzchen beobachten.
Produkte wie Hanfschokolade, -tee und -öl lassen sich längst auch über Online-Versandhäuser erwerben, während Hanffasern als Co2-neutraler Dämmstoff im Hausbau auf dem Vormarsch sind.
Bei Leysieffer auf dem Kurfürstendamm finden sich weitere ungewöhnliche Spezialitäten: Schokolade mit Ingwer, Salbei, Mohn, Lavendel oder Rosa Pfeffer hat man hier im Sortiment. Damit lässt sich der Winter auch geschmacklich „floral“ überbrücken.
Lohnenswert um diese Jahreszeit ist sicherlich auch ein Besuch im Dussmann-Haus, wo der erst kürzlich eingeweihte vertikale Garten von Patrick Blanc vergessen lässt, dass man bis zum herbeigesehnten Frühlingsanfang noch ein Weilchen durchhalten muss.
In den über 400 Blumenläden von Berlin gibt es auch so einiges zu entdecken wie bei Ars Floralis, einem Floristen, der schräg gegenüber der Botschaft der Republik Mazedonien in der Hubertusallee seinen Laden hat. Bei meinem Besuch Mitte Februar war das gesamte Schaufenster mit Amaryllis-Blüten dekoriert, einer Pflanze, die 1828 von dem Leipziger Naturforscher Eduard Friedrich Poeppig auf einer Chile-Expedition entdeckt worden sein soll.
Zahlreiche Künstler ließen sich seitdem von den opulenten Blüten inspirieren wie Maria Sybilla Merian, Ignaz Strenzel oder Horst Janssen.
Bei einem Besuch der Hackeschen Höfe lohnt es sich, die Golem-Kollektion zu besuchen, einen schönen Laden mit Jugendstil-Fliesen, von denen viele florale Ornamente aufweisen. Natürlich gibt es in Berlin auch das passende Museum dazu, in dem man seine Kenntnisse weiter vertiefen kann.
Wirklich interessant fand ich die Ausstellung „Unter Bäumen. Die Deutschen und der Wald“, die bis zum 04. März im Deutschen Historischen Museum zu sehen war. Seit meinem Besuch weiß ich nun, was man unter einer Xylothek versteht und dass „Bambi“ eine ungarisch-österreichische Erfindung ist. Verfasser war Felix Salten. Das Buch erschien 1923 erstmals in Berlin, wurde 1928 ins Englische übersetzt und 1942 dann von Walt Disney verfilmt. Hätten Sie’s gewusst?
Buchempfehlung zum Thema aus dem Ulmer Verlag
Passionate Emotions. Per Benjamin, Max van de Sluis, Tomas De Bruyne. 2010. 160 S., 130 Farbfotos, Text englisch, geb. mit SU. ISBN 978-3-8001-6984-9. € 59,90
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