Interview mit Broceliande über ihren Garten: “Der Garten hat von mir den Namen Garten Eden bekommen, da er für uns wie ein Paradies für Mensch und Tier ist.”

vorher: Eingangsbereich zum Garten. Foto: Broceliande

vorher: Eingangsbereich zum Garten. Foto: Broceliande

Stellen Sie bitte sich und Ihren Garten (Größe, Lage) kurz vor.

Unser Garten liegt im Oberbergischen Kreis versteckt hinter einem Firmengelände und hat eine Größe von ca. 1000 qm. Wir, dass sind mein Mann (50), ich – mit Nickname „Broceliande“(48) und unser Hund. Der Garten hat von mir den Namen Garten Eden bekommen, da er für uns wie ein Paradies für Mensch und Tier ist. 

nachher: Eingangsbereich zum Garten. Foto: Broceliande

nachher: Eingangsbereich zum Garten. Foto: Broceliande

Wie lange pflegen Sie Ihren Garten schon? Wie haben Sie ihn übernommen?

Da uns unser kleiner Garten am Haus mit ca. 100 qm für die vielen Ideen und Gartenwünsche zu klein geworden ist, haben wir im März 2010 angefangen diesen Wildwuchsgarten in ein kleines Paradies zu verwandeln.

Die Pflegearbeiten hatte vorher ein älteres Ehepaar gemacht, doch die letzten fünf Jahre, bevor wir den Garten übernommen haben, konnten sie dieses aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr und die Natur hatte sich dieses Fleckchen Erde im Nu wieder zurückerobert. Es ist eine Herausforderung für uns, denn das Grundstück ist ein Traum.

vorher: hintere Gartenbereich. Foto: Broceliande

vorher: hintere Gartenbereich. Foto: Broceliande

Wie haben Sie ihn gestaltet?  Wo holen Sie sich Anregungen her?

Wir wollten den Garten so natürlich belassen wie es geht, damit wir die Tiere nicht vertreiben. Zuerst haben wir angefangen alle Wege neu anzulegen, bzw. sind auch noch dabei. Dafür haben wir die alten Wege aus Natursteinen ausgegraben, die teilweise versteckt unter einer dicken Erdschicht lagen und durch die wir per Zufall gestoßen sind. Außerdem waren überall Bleche im Gartenboden eingegraben, die wir entfernt haben und Unmengen von Schutt, die wir entsorgen durften.

Die ganze Fläche unter den Bäumen, haben wir von Hand geebnet, da früher ein Kanal mitten durch den Garten gelegt wurde und es überall Berg-und Tal Bahn gab. Die Löcher wurden aufgefüllt und danach haben wir erst einmal Gras ausgesät.

Letztes Jahr wurden 12 Bäume gefällt, teilweise weil sie krank waren und dadurch musste wieder alles komplett. neu durchdacht werden.

Unter den riesigen Fichten entstand inzwischen ein Sitzplatz, eingefasst mit Rhododendron, Lungenkräutern, Gräsern und Bodendeckern.

Davor wurde letztes Jahr ein Baumbeet um eine der Linden angelegt. Es wachsen dort Farne, Astilben, Akelei, Hosta, Frauenmantel, Maiglöckchen, Primeln und Fingerhut.

nachher: hintere Gartenbereich. Foto: Broceliande

nachher: hintere Gartenbereich. Foto: Broceliande

Die Terrasse am Blockhaus wurde aufgenommen, neu angelegt und gleichzeitig vergrößert.

Ein zweiter Sitzplatz unter der Hängeulme entstand und für unsere ältere Mitbewohnerin haben wir ein Hochbeet angelegt, wo sie mit ihren über siebzig Jahren Kräuter, Gemüse und Blumen zieht.

Am Eingangsbereich ist ein Stauden, Buchs und Rosengarten entstanden mit einem Rosenbogen und einer Säule aus roten Feldbrandsteinen. An verschiedenen Bereichen sind kleine Hainbuchenstecklinge zur Hecke gepflanzt worden, damit irgendwann verschiedene Gartenräume entstehen können.

Am Überlauf des Weihers zum dahinterliegenden Bach haben wir ein Eulengeländer gebaut und der ganze Garten wurde mit einem Holzzaun eingefasst. Im hinteren Teil wird dieses Jahr ein Erdgesicht fertiggestellt.

Außerdem soll die Terrasse soll noch eine Pergola bekommen, am Weiher wird eine Philosophenbank entstehen, wo wir die Sonnenuntergänge genießen können und es muss auch unbedingt noch ein Insektenhotel gebaut werden. Eine der Linden bekommt dieses Gartenjahr eine Baumbank und irgendwann soll auch noch der Uferbereich am Weiher neu angelegt und bepflanzt werden.

Die Anregungen hole ich mir, manchmal zum Leidwesen meines Mannes, durch Gartenzeitungen, Gartenforen, Gartenblogs und durch die Besuche bei der offenen Gartenpforte.

nachher: hintere Gartenbereich. Foto: Broceliande

nachher: hintere Gartenbereich. Foto: Broceliande

Was ist besonders an Ihrem Garten?

Es gibt einen großen Weiher, ein kleines Blockhaus und alten Baumbestand – ein richtiges kleines Paradies mit allerlei an Getier. So huschen Blindschleichen und Ringelnattern durchs Gras und Wasser. Vögel brüten in den Nistkästen und Frösche legen jedes Jahr Unmengen von Froschlaich im Weiher ab, was auch die Fischreiher anlockt, die uns dadurch regelmäßig besuchen. Im Sommer haben wir Libellen in allen Größen und Farben zu Gast am Weiher und direkt neben dem Garten ist eine große Wiese, wo jeden Sommer einige Kühe grasen.

nachher: hinter dem Weiher. Foto: Broceliande

nachher: hinter dem Weiher. Foto: Broceliande

Wie sieht ein typischer Gartenalltag bei Ihnen aus?

In der Woche haben wir leider kaum Zeit für den Garten und so werden fast alle Gartenarbeiten auf das Wochenende verlegt. Mein Mann, der anfangs überhaupt keine Gartenarbeit mochte, ist inzwischen ein begeisterter Gärtner. Ich plane und pflanze, und er macht die schwereren Arbeiten, wie z. B. Wege und Steine verlegen. Die ganzen Arbeiten, bis auf die Bäume fällen, haben wir bisher ganz alleine gemacht. Es wird auch noch einige Jahre dauern, bis wir den Garten so haben, wie wir ihn vorerst gerne hätten, deshalb gibt es überall auch noch Baustellen.

Was „gibt“ Ihnen der Garten?

Der Garten gibt mir alles – dort kann ich kreativ sein und dort kann ich mich nach dem Büroalltag austoben – und wenn ich möchte, auch einmal nur die Beine hochlegen und relaxen.

Etwas Deko muß auch sein - selbstgegossene Betonherzen. Foto: Broceliande

Etwas Deko muß auch sein - selbstgegossene Betonherzen. Foto: Broceliande

Wo informieren Sie sich über Gartenthemen oder tauschen sich mit anderen Gartenenthusiasten aus? 

Wie schon gesagt, in Gartenzeitungen und besonders auch in Gartenforen und Gartenblogs, denn dort gibt es Gleichgesinnte, die alle ein und dasselbe Hobby haben – den Garten.

Welche Tipps würden Sie Gartenanfängern geben?

Für einen Garten braucht man Zeit und vor allem Geduld – und eigentlich wird ein Garten nie fertig, da es auch immer wieder neue Umgestaltungsmöglicheiten gibt.

Es gibt auch immer wieder mal Rückschläge, Pflanzen wachsen nicht so, wie man es gerne hätte oder sie bekommen Krankheiten und können nicht mehr gerettet werden und dann muss man umplanen und sich etwas anderes einfallen lassen.

Der Blick über den Gartenzaun hilft da schon und manchmal sieht man beim anderen Dinge, auf die man selber vielleicht nie gekommen wäre.

Herzlichen Dank an Broceliande für das Interview!

Broceliande im Netz:

P. S. Möchten auch Sie Ihren Garten bei uns im Bloginterview vorstellen? Dann schicken Sie uns per Mail (socialmediateam@ulmer.de) Ihre Frage und max. 8-9 Bilder Ihres Gartens zu. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag!

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