Phlebodium aureum

Ein junger Wedel des Goldtüpfelfarns ist, wie für viele Farne typisch, eingerollt. Foto: Markus Meditsch

Ein junger Wedel des Goldtüpfelfarns ist, wie für viele Farne typisch, eingerollt. Foto: Markus Meditsch

Farne führen in der Gartenkultur ein gewisses Schattendasein. In gewisser Weise führen sie dieses zu Recht, den die Meisten benötigen Schatten um zu Überleben. Aber es gibt keinen Grund sie in den Gärten und Wohnungen zu vernachlässigen.

Farne zieren zwar nicht durch auffällige Blüten, da sie sich über Sporen vermehren, dennoch sind für die Gestaltung in Haus und Garten wichtige Strukturbildner. 

Der Goldtüpfelfarn (Phlebodium aureum) kommt ursprünglich aus dem tropischen Amerika und ist daher nur für die Zimmerkultur geeignet. Nicht anders als bei anderen Farnen sind seine jungen Wedel eingerollt. Diese „Bischofsstäbe“ tragen anfangs noch Schuppen, welche aber mit der Zeit verloren gehen. Hingegen bleibt die bläuliche Bereifung auch an ausgewachsenen Wedeln erhalten.

Die Wedel des Goldtüpfelfarns zieren durch eine bläuliche Bereifung. Foto: Markus Meditsch

Die Wedel des Goldtüpfelfarns zieren durch eine bläuliche Bereifung. Foto: Markus Meditsch

Wer sich dazu entschließt einen Goldtüpfelfarn zu pflegen sollte berücksichtigen das
dieser Farn einiges an Platz benötigt. Bei einer älteren Pflanze kann ein Wedel schon einen Meter Länge erreichen, dementsprechend viel Platz benötigt dieser Farn auch. Auf jeden Fall bekommt man einen imposanten Solitärpflegling, der sich auch dafür eignet in einer Ampel kultiviert zu werden.

Solange die jungen Wedel des Goldtüpfelfarns noch wachsen haben sie durchscheinende Spitzen. Foto: Markus Meditsch

Solange die jungen Wedel des Goldtüpfelfarns noch wachsen haben sie durchscheinende Spitzen. Foto: Markus Meditsch

Wenn man unter solch einem Ampelfarn steht lassen sich die noch wachsenden Wedel gut betrachten. Im Gegenlicht erkennt man genau welche Bereiche schon ausgereift sind und in welchen das Wachstum noch stattfindet – diese haben helleres, durchscheinenderes Grün. Vor Allem lassen sich im Gegenlicht die, sich entwickelnden, Sori erkennen. Ein einzelner dieser Sori, Sorus genannt, ist eine Ansammlung von Sporangien und hier werden die Sporen für die Fortpflanzung der Farne gebildet. Es sind sozusagen die Blüten der Farne. Den deutschen Namen Goldtüpfelfarn hat Phleobodium aureum auf Grund dieser Sori bekommen, diese sind bei ihm punktförmig und gelborange gefärbt.

Die gelborangen Sori auf der Unterseite der Wedel sind namensgebend für den Goldtüpfelfarn. Foto: Markus Meditsch

Die gelborangen Sori auf der Unterseite der Wedel sind namensgebend für den Goldtüpfelfarn. Foto: Markus Meditsch

Vermehren lässt sich der Goldtüpfelfarn über seine Sporen, schneller wird es jedoch über kleine Stücke seines Rhizoms funktionieren. Dieses Rhizom ist gänzlich mit braunen Schuppen bedeckt, die ihm ein pelziges Aussehen verleihen, man könnte das Rhizom sogar für eine Pfote von einem Tier halten.

Das Rhizom des Goldtüpfelfarns wächst direkt auf dem Boden, er kann sich damit aber auch an Baumstämmen festhalten und wächst in der Natur teils epiphytisch. So gesehen ist es nicht verwunderlich, dass er als Farn auch einiges an Trockenheit wegsteckt. Auch verträgt er einen helleren Standort besser als so manch anderer Farn.

Das Rhizom des Goldtüpfelfarns ist von braunen Schuppen bedeckt und erweckt einen pelzigen Eindruck. Foto: Markus Meditsch

Das Rhizom des Goldtüpfelfarns ist von braunen Schuppen bedeckt und erweckt einen pelzigen Eindruck. Foto: Markus Meditsch

Die Sorte ‘Blue Star’ unterscheidet sich kaum von der ursprünglichen Art. Hingegen sind die Wedel bei der Sorte ‘Mandaianum’ ausgefranst – gleichfalls findet man unter demselben Sortennamen „Cristata“-Formen. Bei diesen sind die Enden der einzelnen Lappen hahnenkammartig aufgefächert. Alles in Einem ist der Goldtüpfelfarn ein anspruchsloser Pflegling, der statt knalligen Blüten mit blaugrünen Farnwedeln und pelzigen Rhizom seinen Reiz ausübt.

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