Jedes Jahr das selbe. Die Tomaten bekommen Flecken und sind für die Ernte tabu. Der Grund allen Übels liegt in einem Pilz, den man weitgehend eindämmen kann, wenn die Pflanzen vor Nässe auf den Blättern geschützt werden. Wie eine Seuche breitete sich in den letzten Jahren die Braunfäule an Tomaten aus. Schon im Sommer zeigen sich auf grünen Tomatenfrüchten Flecken, die anfänglich graugrün, später schmutzig-braun gefärbt sind. Sie bilden sich vorwiegend auf der oberen Hälfte der Früchte. Später werden die Früchte wertlos, da das Fleisch unter den Flecken verhärtet.
Pilz breitet sich schnell aus
Auch auf Blättern, Fruchtstielen und am Stängel der Tomatenpflanzen zeigen sich auffallende Krankheitssymptome. Sie färben sich braun und sterben nach kurzer Zeit ab. Oft sind alle Pflanzen im Garten befallen. An eine Ernte der Früchte ist nicht mehr zu denken. Ursache dieser Seuche ist der pilzliche Erreger Phytophthora infestans. Es handelt sich dabei um einen Pilz, der auch Kartoffelpflanzen befällt und oft von Frühkartoffelbeständen auf die ebenfalls zu den Nachtschattengewächsen zählenden Tomaten übergreift. Besonders häufig finden solche Infektionen statt, wenn über einen längeren Zeitraum eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht und die Temperaturen bei etwa 13 bis 18 °C liegen. Auch benötigt der Pilz, zumindest zeitweilig, eine nasse Pflanzenoberfläche. Sind solche Bedingungen vorhanden, dann dauert es nur drei bis vier Tage nach einer erfolgten Infektion, bis sich wieder neue Sporen ausbilden. So kann es schon in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum zu mehreren Vermehrungswellen kommen, die sich dann zu einer richtigen Phytophthora-Seuche ausbreiten.
Als vorbeugende Maßnahme sind die Tomaten verhältnismäßig weit zu pflanzen. Bei nur einer Reihe sollte der Mindestabstand 50 Zentimeter betragen, bei mehrreihigem Anbau sollte zwischen den Reihen mindestens 70 Zentimeter frei bleiben. Außerdem ist darauf zu achten, dass nicht in den Abendstunden und nicht von oben beregnet wird. Am besten ist es, die Pflanzen direkt an den „Fuß“ zu gießen. Damit kommt keine unnötige Feuchtigkeit auf Blätter und Früchte. Bei zu dicht stehenden Pflanzen ist es ratsam, die unteren Blätter zu entfernen, um die Infektionsgefahr herabzusetzen.
Empfohlen wurden früher auch resistente Sorten gegen die Braun- und Krautfäule. Es hat sich aber herausgestellt, dass keine davon völlig befallsfrei blieb. Den schwächsten Befall zeigte die Sorte ‘Pyros’, etwas stärker befallen waren die Sorte ‘Vitella’ und die Fleischtomate ‘Myrto’ F1. Nach anderen Erfahrungen sollen auch die Fleischtomate ‘Master F1 sowie die „Baumtomate“ ‘De Berao’ eine gewisse Toleranz gegen die Braunfäule besitzen.
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