Lust auf Nelken

Retro sei Dank – neben Kultmarken wie Ahoi-Brause, Pustefix, Leibniz, TriTop, Brandt, Afri Cola oder Creme 21 ist auch die Nelke heute wieder zu einer Blume mit Kultstatus avanciert. Die Nelke besticht mit einem riesigen Farbenspektrum und ihren rüschig-duftigen Blütenblättern, die an die Petticoats der 50er und 60er Jahre erinnern.

Alles bleibt – ganz anders

Wissen Sie´s noch? Was trug die Monroe in der Filmszene, als sie “Diamonds Are a Girl´s Best Friend” sang? Richtig, schrilles Pink. Welche Farbe schätzt Barbie am meisten, wenn es um Traumhaus oder Wohnmobil geht? Genau, quietschiges Pink. Die Farbe gilt als Synonym für Power, Schock, Glamour.

Nelken in schrägen Pinktönen gibt es in zahlreichen Sorten, zu denen die großblütigen Edelnelken ´Pink Dona´, ´Pink Francesco´, ´Miledy Brilliant´, ´Lilac Torres´ sowie die kleinblütigen Spraynelken ´Tia Maria´, ´Eddy´, ´Pink Roland´ oder ´Curacao´ gehören. Poppige Farbtuffs in Pink lassen sich einfach gestalten, wenn man die Blütenköpfe der Nelken so dicht bindet, dass sie eine Halbkugel bilden. Zusammengehalten wird das Sträußchen selbstverständlich von einer passenden Schleife in Pink. Diese Duftbouquets in rosa- oder lilafarbenen Glas- oder Plastikbechern sind als ausgefallene Tischdekoration ebenso geeignet wie als exzentrische Stimmungsmacher an allen möglichen Plätzen in der Wohnung.

Die eckigen Vasen und Gefäße, die längst Einzug in unsere Wohnungen gehalten haben, eignen sich hervorragend für kraftvolle, dramatische Farbgestaltungen. Kaufen Sie Nelkenbunde in verschiedenen Rot-, Pink- und Rosatönen und ordnen Sie dieselben nach Farbblöcken in ein rechteckiges oder quadratisches Gefäß. Das gelingt am besten, wenn das Gefäß vorher mit Steckschaum ausgelegt wurde. Schneiden Sie die Stiele so kurz, dass nur die intensiven Blüten sichtbar sind und lassen Sie die Farben blockweise optisch kollidieren.

Schön, spritzig, schrill: Die Nelke – jung wie nie

Bereits in der Antike war Dianthus, die „Göttliche Blume“, bekannt. Die Nelke galt als Kulturpflanze und wurde vor allem aufgrund ihres betörenden Duftes geschätzt. Die Kreuzfahrer brachten sie nach Europa. Und dort begann man im Mittelalter mit der professionellen Kultur der Pflanze. Der Nelkensaft sollte die Pest und andere Epidemien abwehren.

Viele Jahre schwamm die Nelke auf Erfolgskurs, aber in den 1970er-Jahren war es aus mit der hoffnungsvollen Karriere der Blume. Eben noch bewundert geriet sie ins florale Abseits. Und das vor allem auch, weil sich ein gesellschaftlicher Wandel vollzogen hatte, in dessen Verlauf die ehemals so Beliebte Assoziationen zur Kleinbürgerlichkeit hervorrief, mit der sich viele keineswegs identifizieren wollten. Doch mit der Rückkehr der Mode und der Musik der 1950er- und 1960er-Jahre änderte sich die Situation. Nicht nur Gummibäume und Tütenlampen finden in die Wohnungen von heute zurück, auch die Nelke feiert derzeit ein gelungenes Comeback. Die neuen Nelken präsentieren sich in mondänen Farbtönen wie Pink, Champagner, Orange, Mintgrün, Gelb und Bordeaux. Sie überzeugen durch Robustheit und extreme Haltbarkeit und verströmen noch dazu ihr unverwechselbares Parfum.

Buchempfehlung zum Thema aus dem Ulmer Verlag

DekoSpaß mit Blumen. Kreative Ideen zum Selbermachen von Valentin bis Weihnachten. Klaus Wagener. 2008. 176 S., 400 Farbfotos, geb. mit SU. ISBN 978-3-8001-5686-3. € 12,90.

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