Die verschiedensten grünen Farbtöne hat die Natur zu bieten und wir setzen sie gezielt in Gärten ein. Hell- und Dunkelgrün bilden an sich schon ein abwechslungsreiches Bild neben den üppigen Farben der Blütenpracht. Außerhalb der Blütezeit machen diese unterschiedlichen Schattierungen von Grün den Garten attraktiv und sorgen generell für eine ruhige Stimmung. Damit das Gartenbild aber nicht zu ruhig und somit langweilig wirkt, gibt es ausreichend Selektionen und Züchtungen von Pflanzen die mit anders gefärbtem Laub aufwarten können. Diese schaffen kontrastreiche Abwechslung im sonst mehr oder weniger einheitlichen Grün.

Hostas sind an erster Stelle für weißpanagierte Blätter bekannt, hingegen ist Hosta 'Paradiese Island' fast reingelb. Fotos: Markus Meditsch

Bei diesem Eschenahorn (Acer negundo) könnte man meinen er wäre gelblaubig, obwohl es ein Anzeichen für Nährstoffmangel ist.
An erster Stelle zu nennen sind panagierte Pflanzen. Für diese Form der Buntlaubigkeit hält sich die Begeisterung der Gärtner teilweise in Grenzen, einzig bei Hostas wird es regelrecht erwartet dass sie panagiert sein müssen. Nur wenige Gartenliebhaber würden sich ein reines panagiertes Beet anlegen. Dabei wirkt solch ein Beet aufgrund der unterschiedlich ausgeprägten Formen der Panaschierung durchaus interessant.
Weiteres gibt es noch rotlaubige Selektionen. Teilweise bleiben diese über die gesamte Vegetationsperiode rotlaubig, einige vergrünen aber im Laufe der Zeit. Rotlaubige Pflanzen haben wohl von allen buntlaubigen Pflanzen den höchsten gärtnerischen Stellenwert. Niemand würde aufgrund des rotgefärbten Laubes darauf schließen, dass die Pflanze irgendeine Krankheit und Mangelerscheinung hätte.
Anders verhält sich dies bei gelblaubigen Pflanzen. Nur zu leicht assoziiert man hier mit chlorotischen, unterernährten Pflanzen und meidet den Kauf. Die Unterscheidung zwischen „normaler“ und chlorotischer Gelblaubigkeit ist nicht einfach. Chlorotische Pflanzen werden mit der Zeit immer schwächer und werfen womöglich frühzeitig ihr Laub. Gelblaubige Pflanzen weisen hingegen einen normalen Wuchs auf zudem vergrünen einige ebenso wie rotlaubige Pflanzen.
So macht zum Beispiel Aquilegia ’Yellow Mellow’ einen völlig gesunden Eindruck und ist durchaus als goldener Gartenschatz an zu sehen. Zudem vererbt sie ihre Gelblaubigkeit weiter. Falls sie sich mit anderen Akelei-Sorten hybridisiert, wird zwar ein Teil der Nachkommen grünlaubig sein, dennoch wird ein Teil der Erben zu goldenen Schönheiten heranwachsen. Je nach Vaterpflanze können dabei andere Blütenfarben entstehen.
Ähnliches Spiel gilt für Milium effusum ’Aureum’, ein gelblaubiges Gras das jeden schattigen Fleck im Garten aufhellen kann. Dieses Gras bringt ebenso gelblaubigen Nachwuchs hervor.

Unter hunderten von roten und grünen Hauswurzen ist die Sorte 'Cmiral’s Yellow' tatsächlich ein goldener Schatz.
Bei den Gehölzen findet sich die größte Auswahl an gelblaubigen Exemplaren, während bei den Stauden oder einjährigen Pflanzen nur geringe Stückzahlen für den Garten zur Verfügung stehen. So gibt es von der bekannten Hauswurz (Sempervivum) hunderte Sorten von rot- und grünlaubigen. Dagegen findet man kaum panagierte oder gelblaubige Formen. Dabei ist die Sorte ‘Cmiral`s Yellow’ ein Schmuckstück für jeden Steingarten. Auf dunklem Untergrund leuchten die gelben Rosetten heraus wie Sterne.
Schlussendlich sind gelblaubige Pflanzen durchaus Schätze für den Garten und in manchen Bereichen kann ihre aufhellende Wirkung nur von Vorteil sein. Werden sie sparsam und gezielt eingesetzt kann man sich damit rühmen den ein oder anderen goldenen Schatz im Garten zu haben.


