Die Produktion von Kopfsalat zu dieser Jahreszeit verbraucht sehr viel Erdöl zum Heizen der Gewächshäuser und hat eine entsprechend schlechte Klimabilanz. Wärme und Düngung bei gleichzeitiger Sonnenarmut, wie sie nun herrscht, führt aber auch zu getriebenem, wasserreichem, mit Nitrat belastetem und vitalstoffarmem Gemüse, das obendrein alles andere als knackig schmeckt. Einen Mehrwert für die Gesundheit erreichen Sie zu dieser Saison nicht mit Kopfsalat. Im Winter sollte auf Sommersalate und Sommergemüse allgemein verzichtet werden. Das gilt nicht für Endivien. Weiterlesen
Archiv des Autors: S. Goldscheider
Kompostieren – Teil II
Für den Neuaufbau eines Komposthaufens ist zerkleinertes Astmaterial sehr günstig, denn es lockert den Haufen auf, damit Küchenabfälle und Rasenschnitt nicht in Gärung übergehen. Auch Wiesenumbruch oder Unkraut mit Wurzeln und Erde daran gehören zum Kompostieren dazu, denn in der Erde sind Pilze und Bakterien aber auch Kleintiere enthalten, die die organische Substanz zersetzten. Gekaufte und zugesetzte Würmer und Bakterienkulturen sind möglicher Weise als Starter am Anfang hilfreich, wenn der Nachbar nicht mit einem Eimer voll Kompost aushelfen kann. In den Jahren danach genügt der halb verrottete eigene Kompost des letzten Jahres als Starter. Nach einer Weile ist ein gut gemachter Komposthaufen ganz von alleine biologisch so aktiv, dass auch ständige große Mengen an Küchenabfällen, Rasenschnitt und Ästen sehr schnell geruchslos verrotten. In solch einem Komposthaufen bringen Sie binnen eines Jahres viele Kubikmeter an Abfällen unter und erhalten danach gute Erde zurück, allerdings nur einen Bruchteil der Menge. Weiterlesen
Mispeln
Die seit dem Mittelalter in Europa verbreitete und damals als Obst sehr geschätzte Mispel, Mespilus germanica hat heute kaum noch Bedeutung. Obwohl Mispeln einen guten Geschmack haben, sind sie völlig in Vergessenheit geraten. Die Mispel ist ein bis zu 5 Meter hoch werdendes, langsam wachsendes, winterhartes Gehölz mit sattgrünen, etwas ledrigen Blättern. Die Mispel ist ein Rosengewächs, hat also Blüten die Äpfeln, Birnen oder Quitten ähneln, weiß und vergleichsweise groß sind. Die deutsche Mispel darf aber nicht mit der Japanischen Wollmispel beziehungsweise der aus Italien kommenden Frucht “Nespola” verwechselt werden, die im Frühjahr auf unseren Märkten erhältlich ist.
Mispeln zu verarbeiten und haltbar zu machen ist arbeitsintensiv, weil die Früchte klein sind, am Blütenansatz eine Vertiefung haben und das Kerngehäuse groß ist. Deswegen enthält eine Mispelfrucht nur wenig Fruchtfleisch. Mispeln werden als letztes einheimisches Obst erst im Herbst reif. Genießbar werden sie erst nach den ersten Frösten, wenn sie überreif sind. Dadurch wird das helle, von Steinzellen harte Fruchtfleisch weich und braun und entwickelt eine angenehme Süße sowie harmonische Säure und einen weinartigen Geschmack. Die Mispelfrüchte können aber auch gelagert werden bis sie schließlich von alleine weich werden. Davor sind sie praktisch ungenießbar und voller Gerbstoffe. Sie können die nun am Strauch teigig gewordenen Mispeln probieren indem Sie sie einfach auslutschen, dabei das Kerngehäuse und die raue Schale übrig lassen. Genauso gut können Sie die Mispeln halbieren und durchpassieren und zwar gekocht oder ungekocht. Das so gewonnene Fruchtmus ist hocharomatisch. Es eignet sich wie andere Wildfrüchte für Desserts aller Art und zur Verfeinerung von Apfelmus. Auch Saft und Gelee aus Mispeln sind eine Delikatesse. Spezialisten brennen aus Mispeln Schnaps oder setzten sie als Likör an. Besonders raffiniert und innovativ ist ein Schaum oder Mousse (Espuma) aus dieser hocharomatischen Frucht.
Auf jeden Fall verdient diese Frucht wieder etwas Aufmerksamkeit von Liebhabern echter und unverfälschter Genüsse.
Richtig kompostieren
Jeder Gemüsegärtner weiß die Vorteile guter Komposterde zu schätzen. Die Fruchtbarkeit der Beete kann nur durch Humus beziehungsweise Kompost dauerhaft verbessert werden, denn Humus liefert nicht nur Nährstoffe, er speichert sie auch. Genauso speichert er Wasser, Luft und Bodenwärme. Er sorgt für gleichmäßige Wachstumsbedingungen und lockeren Boden. Mit Humus angereicherter dunkler Boden erwärmt sich im Frühjahr schneller und schafft auch so besseres Wachstum bei allen Gemüsepflanzen.
Kompostsilos, Kompoststarter und Grüngut-Häcksler sind gute Hilfsmittel für die erfolgreiche Anlage eines Komposthaufens. Da in handelsübliche Kompostsilos die sperrigen Gartenabfälle jedoch gar nicht hinein passen, ist in einem größeren Garten ein Komposthaufen von mehreren Quadratmetern Größe sinnvoll. Die Abfuhr von Rasenschnitt und Gartenabfällen zum Grüngutplatz können Sie sich dann ersparen. Selbst große Äste und Gehölzschnitt aller Art werden binnen ein bis zwei Jahren zu Erde, auch ohne viel Aufwand. Sie müssen nur Bodenkontakt haben und feucht liegen, damit Pilze sie durchwachsen können. Legen Sie die Äste einfach direkt neben oder in den Komposthaufen hinein.
Ansonsten beschleunigt jede Zerkleinerung die Verrottung. Das ist insbesondere bei dickeren Ästen aber auch bei Kürbissen und allem was kompakt oder lang und zäh ist zu beachten. Zerkleinert werden sollte auch wegen der besseren Durchmischung von Rasenschnitt und Küchenabfällen, die ansonsten faulen, gären oder schimmeln könnten. Gut durchmischt verrotten sie schnell und geruchslos zu reichhaltiger Komposterde. Überwiegt im Herbst der Anteil der Äste, dann können diese auch über einen längeren Zeitraum neben dem Komposthaufen gelagert und in Portionen mit untergemischt werden. Schichten Sie Grüngut und Gartenabfälle langfristig nicht höher als einen Meter auf. Kurzfristig allerdings können Sie Gartenabfälle auch 1, 5 Meter hoch stapeln, denn sie fallen sehr schnell in sich zusammen.
Sie sollten den Kompost an einem gut zugänglichen und eher schattigen Platz, am besten unter einem großen Baum anlegen. Um Platz zu sparen, aber auch um eine vollständigere Verrottung zu fördern, ist eine feste Umrandung des Komposthaufens an zwei bis drei Seiten sinnvoll. Sie kann aus imprägnierten, stabilen Pfählen und alten Brettern errichtet werden. Die Umrandung hat die gewünschten Nebeneffekte das Kompostmaterial zu schattieren und die Austrocknung zu verhindern. In der Sonne kann zusätzlich eine Abdeckung von oben mit Rasenschnitt oder Jutesäcken zu diesem Zweck dienen. Eine Seite der Kompostlege sollte offen bleiben oder herausnehmbar sein, so dass Sie die Erde am Ende einfach entnehmen können.
Kompostieren Teil 2, nächste Woche
Gemüsemiete
Wurzelgemüse wie Sellerie, Karotten, Rote Bete, Kohlrüben oder Winter-Rettiche sind traditionelle Lagergemüse für Selbstversorger. Viele Arten sollten Sie bald, vor dem ersten strengen Frost, ernten. Wenn draußen die Temperaturen unter – 5 ° C absinken, dann können Frostschäden auftreten, die zu Faulstellen führen. Solches Gemüse ist nicht mehr lagerfähig.
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Erdkastanien
Die Erdkastanie ist eine anspruchslose Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Sie wird auch als Knollenkümmel bezeichnet und ist mit Kümmel, Petersilie und auch mit Karotten verwandt. Der wissenschaftliche Artname der Erdkastanie ist Bunium bulbocastaneum und verrät, wie die deutschen Namen auch – ihre Nutzung und ihren Geschmack. Weiterlesen
Haferwurzeln
Die Haferwurzel gehört zu den fast vergessenen Gemüsepflanzen. Sie stammt aus dem Mittelmeerraum und wächst beispielsweise in Griechenland wild. Seit ich dieses alte Wurzelgemüse in meinem Garten anbaue, frage ich mich wieso die Schwarzwurzel zu einer bekannten Gemüsepflanze wurde und nicht die Haferwurzel. Weiterlesen
Mini-Kiwi
Die Minikiwi ist die kleine Schwester der bekannten aus Neuseeland stammenden Kiwi. Die Minikiwi ist eine unbehaarte und nur 10 Gramm schwere Frucht. Der Vorteil liegt in ihrer Anbaueignung auch in unserem Klima, denn die kleinen Minikiwis haben deutlich geringere Temperaturansprüche zur Reife und sind sehr winterhart. Weiterlesen
Sweet Dumpling
Ein kleiner, feiner Winter-Speisekürbis, der den Zierkürbissen und den Patisson ähnlich sieht ist “Sweet dumpling”, übersetzt: süßer Knödel. Er hat einen hohen Zierwert, ist lange haltbar und dennoch einer der schmackhaftesten Kürbisse überhaupt. Weiterlesen
Feuerbohnen
Feuerbohnen haben wegen ihrer feuerroten Blüten und satt grünen Blätter hohen Zierwert. Die Prunk- oder Feuerbohne trägt den wissenschaftlichen Namen Phaseolus coccineus. “Kokkinos” ist das griechische Wort für Rot. Sie ranken schnell an Zäunen und Lauben hoch und bilden während des Sommers einen blickdichten Bewuchs. Feuerbohnen stammen aus dem mexikanischen Hochland und sind unempfindlich gegen Kälte und Nässe. Sie gedeihen auch noch in weiter nördlich gelegenen Regionen sowie im Bergland wesentlich besser als Busch- und Stangenbohnen. Weiterlesen





