
Goldrute, Quelle: H. Haas
Jetzt strahlen Sie wieder landauf-landab: die Goldruten – sind sie nun eigentlich eine Plage oder ein Segen?
Eigentlich sollten sie nur unsere Gärten verschönern, aber
Solidago canadensis (Kanadische G.) und
Solidago gigantea (Riesen-G.) erwiesen sich als zu eifrig. Und so verschönerten sie fortan einfach alle brachen, sonnigen Standorte weit und breit. Das ist bezüglich hässlicher Flecken in der Stadt und an Autobahnen auch sehr löblich, leider machen die beiden aber auch vor wertvollen Ökosystemen nicht halt. Deswegen sollte man diese übereifrigen Stauden besser nicht absichtlich z. B. auf eine abgelegene Streuobstwiese pflanzen und auch mit dem Entsorgen von Goldrutenhaltigen-Gartenabfällen sollte man vorsichtig sein – z. B. nicht auf den Kompost besagter Streuobstwiese werfen! (Infos zum Naturschutzaspekt:
http://www.neophyten.net/problemarten/goldruten.html).
In der Stadt sind die Goldruten schon lange allgegenwärtig. Wer Sie schon im Garten hat, der freue sich, sie sind eigentlich hübsch und pflegeleicht.
Und, ganz ehrlich, wenn sie schon mal da sind, für Garten- und obendrein mittellose Hobbyfloristen sind die beiden Nordamerikaner Goldschätzchen: Sie sind umsonst und draußen in Massen pflückbar. An Bahndämmen, auf Industriebrachen, einfach mal so auf irgendeiner Wiese. In der Vase sind Sie superlange haltbar und sehen auch noch trocken schön aus.
Weil Schönheit aber nicht alles ist: eine Heilpflanze ist die Goldrute auch noch. War man den beiden Nordamerikanern gegenüber zunächst etwas skeptisch und schrieb nur unserer heimischen Gewöhnlichen Goldrute (Solidago virgaurea) Nierenwirksamkeit zu, sind sich die Experten mittlerweile recht einig, dass die Einwanderer auf diesem Gebiet auch etwas können. Da mit Nierenleiden aber nicht zu Spaßen ist, fragt man am besten diesbezüglich einen Phytotherapeuten um Rat.