Titanenwurzfieber 2011

Marburger Titanenwurz am 2. Juli 2011, Foto: S. Peiseler

Marburger Titanenwurz am 2. Juli 2011, Foto: S. Peiseler

Zu Ostern hat mich erstmals das Titanenwurzfieber gepackt. Ich hatte mich in den Newsletter des Botanischen Gartens von Basel eingetragen, denn ich hatte im Internet zufällig von dem zu erwartenden Großereignis gelesen. Via Webcam konnte man live dabei sein und die Pflanze rund um die Uhr bei ihrer rasanten Entwicklung beobachten. 10 cm/Tag streckte sich die Pflanze zum Teil in die Höhe, um dann zum Schluss eine eindrucksvolle Blüte zu entfalten.
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Pflanzenmärkte in Hessen (2)

Pflanzenmarkt im Neuen Botanischen Garten Marburg, Foto: S. Peiseler

Pflanzenmarkt im Neuen Botanischen Garten Marburg, Foto: S. Peiseler

Am Wochenende vom 28./29. Mai wurde im Neuen Botanischen Garten in Marburg ein großer Pflanzenmarkt veranstaltet, auf dem sich einheimische und auswärtige Gäste mit Pflanzen, Gefäßen oder Accessoires für den eigenen Garten eindecken konnten. Weiterlesen

Wer oder was ist eigentlich Laurus Persea L.?

Blick ins Tropenhaus des Neuen Botanischen Gartens in Marburg, Quelle: S. Peiseler

Blick ins Tropenhaus des Neuen Botanischen Gartens in Marburg, Quelle: S. Peiseler

„Laurus Persea L., palto, ist ein sehr kräftiger und wedelblättriger Baum von etwa 12 bis 28 Yard Höhe. Sein Holz findet verschiedene Verwendung und das Fruchtfleisch der Früchte, paltas genannt, von einer hellgrün-gelblichen Farbe, ist sehr weich und buttrig und erzeugt einen Geschmack, der dem von frischen Nüssen sehr ähnlich ist, vor allem wenn man sie zusammen mit Brot genießt. Die geläufigere Form diese Frucht zu essen, ist allerdings die Beigabe von Salz; doch sie schmeckt ebenfalls sehr gut mit Honig und wird auch in Salaten nicht verschmäht. Diese Früchte reifen nicht, so dass sie noch ein paar Tage nachdem man sie vom Baum geschnitten hat, gegessen werden können. Dann sind sie ausgereift. Weiterlesen

Von afrikanischem Wüstenkohl und anderen Wasserspeichern

Sukkulentenhaus im Neuen Botanischen Garten, Quelle: S. Peiseler

Sukkulentenhaus im Neuen Botanischen Garten, Quelle: S. Peiseler

Der Ire William Henry Harvey aus Summerville bei Limerick war ein hart arbeitender Mann. Von 1844 bis zu seinem Tod im Jahr 1866 hatte er nicht nur die Funktion des Kurators des Herbariums vom Trinity College in Dublin (TCD) inne, er begab sich daneben auch auf zahlreiche Forschungs- und Sammelreisen nach Australien, Nord-Amerika und Süd-Afrika, schrieb verschiedene Bücher, die er selbst illustrierte, und pflegte Kontakte und Freundschaften zu so namhaften Zeitgenossen wie Charles Darwin und William Jackson Hooker.
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Der Pflanzenjäger Thomas Lobb und die Kannenpflanze Nepenthes

Nepenthes veitchii, Quelle: S. Peiseler

Nepenthes veitchii, Quelle: S. Peiseler

Im Jahr 1840 unterzeichnete Thomas Lobb aus Cornwall einen Vertrag mit der Gärtnerei James Veitch & Sons. Kurze Zeit später brach er als botanischer Sammler in Richtung Indien auf, stieß in der bislang von Pflanzensammlern unberührt gebliebenen indo-malaischen Region auf interessante Arten und wurde in die britische Kronkolonie Singapur geschickt, um von dort aus exklusive Sammlungen an Lebendpflanzen, Samen und getrockneten Pflanzen aus China für Veitch & Söhne zusammenzutragen. Doch China war offenbar nicht bereit, Pflanzensammler aus dem Westen zu empfangen, also machte sich Lobb statt dessen auf den Weg nach Java.
Weitere Reisen führten ihn nach Kalkutta, Burma und schließlich auch nach Borneo. Dort stieß er auf eine fleischfressende Pflanze der Gattung Nepenthes, die man heute unter der Bezeichnung Nepenthes veitchii kennt.
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Terra Australis oder kennst Du das Land, wo die Akazien blühn?

Banksia spinulosa, Quelle: S. Peiseler

Banksia spinulosa, Quelle: S. Peiseler

I, Sir Ninian Martin Stephen, Governor-General of the Commonwealth of Australia, acting with the advice of the Federal Executive Council, hereby declare that the flowers of Acacia pycnantha, the plant known as Golden Wattle, however depicted, shall be the national floral emblem of Australia.
(Proklamation in „Commonwealth of Australia Gazette, Nr. S 259“, Donnerstag 1. September 1988)

Mit bis zu 1000 Arten zählen Akazien zu den artenreichsten Pflanzen Australiens. Seit 1988 ist die Goldakazie (golden wattle) Nationalblume. Sie ziert neben einem Känguru und einem Emu auch das Wappen des Commonwealth.

Akazie, Quelle: S. Peiseler

Akazie, Quelle: S. Peiseler

Es war der britische Botaniker George Bentham, der diese Akazienart 1842 erstmals beschrieben hat. Sein über 100.000 Spezien umfassendes Herbarium schenkte er 1854 dem botanischen Garten „Kew Gardens“, wo es neben den Herbarien von Charles Darwin, David Livingstone und anderen berühmten Forschern bis in heutige Zeit aufbewahrt wird.
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Aus Fernost importiert: Camellia Japonica

Camellia japonica, Quelle: S. Peiseler

Camellia japonica, Quelle: S. Peiseler

Akai tsubaki shiroi tsubaki to ochinikeri

Die Blüten der roten,
der weißen Kamelie:
sie fallen beide.

(Haiku von Hekigotô, aus Satô Kazuo, 1990)

Dem Arzt und Forschungsreisenden Engelbert Kaempfer war es zu Lebzeiten nur vergönnt, ein einziges Buch über seine Expeditionen zu veröffentlichen. Das fast 1000 Seiten umfassende Werk „Amoenitates exoticae“ („Exotische Köstlichkeiten“) erschien 1712 und enthält unter den insgesamt 863 Beschreibungen japanischer Pflanzen auch die Erstbeschreibung der Camellia Japonica, einer Kamelienart, die neben der Camellia Sasanqua in Japan heimisch ist.
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Aus der Familie der Bromelien: Tillandsia

Tillandsia, Quelle: S. Peiseler

Tillandsia, Quelle: S. Peiseler

Der älteste botanische Garten Finnlands befindet sich in Turku und wurde 1678 von dem schwedischen Arzt und Botaniker Elias Erici Tillandz (ursprünglich Tillander) gegründet.

Seinen Namen soll dieser dem Umstand verdanken, dass er auf einer Fahrt von Turku nach Stockholm so seekrank wurde, dass er den Entschluss fasste, den Rückweg lieber zu Fuß anzutreten („Till lands“ = „zu Land“ auf Schwedisch).

Carl von Linné ehrte seinen Kollegen, indem er die Pflanzengattung „Tillandsia“ nach ihm benannte, fest davon überzeugt, diese würde ebenfalls kein Wasser vertragen.
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