Tomaten pflegen

 
 

Tomate mit Geiztrieb

Düngen, Ausgeizen und die biologische Vorbeugung gegen Braunfäule

Düngen

Tomaten sind Starkzehrer. Sie lieben Humus und nährstoffreichen Boden. Man sollte Tomaten aber keinesfalls mit Stickstoff überdüngen und allgemein Mineraldünger höchsten sparsam verwenden, denn schließlich kommt es bei den eigenen Gartentomaten vor allem auf den Geschmack, das intensive Aroma an und weniger auf hohe Erträge. Ein mit Gartenkompost und anderen organischen Düngern vorbereitetes Beet ist deswegen wichtig. Sehr positiv wirken sich auch Holzasche und Hornspäne auf Tomaten aus. Eine Besonderheit bei Tomaten ist außerdem, dass sie auf ihrem eigenen Mist am besten gedeihen: auf dem Tomatenbeet vom Vorjahr. Im Lauf der Jahre kann man mit gezielter Kompostdüngung und mit Mulch den Boden im Tomatenbeet immer weiter verbessern. Was den jungen Tomaten jedes Jahr im Frühjahr zusätzlich hilft in Schwung zu kommen, ihre Vitalität und Wuchskraft fördert, ist die Gabe von Brennnesseljauche. Brennnesseljauche liefert einerseits schnell verfügbare organische Nähstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis. Andererseits fördert dieser organische Dünger die Widerstandskraft der Pflanzen.

Ausgeizen

Tomaten verzweigen sich stark. In jeder Blattachsel und bei manchen Sorten auch am Ende von Blütentrieben bilden sie weitere Triebe mit Blüten. Die Tomatenpflanze kann dadurch undurchdringlich werden und sich selbst beschatten. Für voll ausgereifte Früchte mit bestem Aroma sollte der Ertrag – ähnlich wie im Weinbau – begrenzt werden, ganz besonders in regnerischen Sommern. Allerdings soll das Höhenwachstum der Tomate durch Hochbinden gefördert werden und nur die Verzeigungen sollen weitgehend unterbunden werden. Dazu werden die Triebe in den Blattachseln (= Geiztriebe) ausgebrochen. Im Bild oben: der angebunden Trieb ist der Haupttrieb, der bleibt. Der Trieb in der Mitte ist der Geiztrieb der entfernt werden soll. Man nennt dies “Ausgeizen”. Das strikte Ausgeizen ist umso wichtiger je dichter die Tomatenpflanzen stehen und je sonnenärmer und regenreicher der Sommer sich entwickelt.
Cocktailtomaten mit kleinen Früchten kann man zwei bis maximal drei Triebe lassen, Fleischtomaten und strak tragenden runden Sorten möglichst nur einen. Lockerer Wuchs ist auch wichtig um ein schnelles Abtrocknen der Blätter und genügend Luftdurchtritt zu gewährleisten – wichtige Maßnahmen um die Braunfäule-Krankheit unter Kontrolle zu halten.

Vorbeugung gegen Braunfäule

Braunfäule ist eine Krankheit, die bei feuchtem Wetter vom Boden her die Blätter und die Früchte befällt und die gesamte Pflanze zum Absterben bringen kann. Befallene Früchte sind zwar nicht giftig aber keineswegs mehr schmackhaft. Das Ausschneiden lohnt nicht. Befallenen Pflanzen beziehungsweise solchen mit zu wenigen gesunden Blättern fehlt die Kraft Aroma und Süße zu bilden und in die Früchte zu transportieren. Braunfäule wird in nassen Sommern regelmäßig zum Problem, wenn die Pflanzen nach Regenschauern nicht mehr abtrocknen können, wenn ein dauerfeuchtes und eher kühles Klima herrscht. Bereits im Frühjahr sollte deswegen vorbeugend ausgegeizt werden (siehe oben). Auch sollten Tomaten niemals über die Blätter gegossen werden, sondern wenn dann gezielt in den Wurzelbereich. Weil die Braunfäule (Phytophtora) vom offenen Boden her aufsteigt ist Mulchen eine weitere Vorbeugende Maßnahme. Mulchen kann man mit Stroh oder Holzwolle wie bei Erdbeeren, aber auch mit liegengelassenem ausgerissenem Unkraut, das man einfach auf dem Beet rund um die Pflanzen verteilen kann. Ein gute Bodenabdeckung ergeben auch Pflanzen als Unterbewuchs. Besonders vorteilhaft ist der Neuseeländer Spinat.

Demnächst: Neuseeländer Spinat.